Edmond und Oderich und der wollige Firlefanz

Wildschwein EDMOND und Fuchs ODERICH bummelten durch die Wiese. Hier ein Halm, dort ein Gräschen und Käfer und Bienen und Grillen schwirrten und hüpften durch die Luft. Vor einer kleinen gelben Blume blieb ODERICH stehen und sagte: „Oh, sieh an, welch zarter Löwenzahn.“ Wildschwein EDMOND empörte sich: „Kein Löwenzahn ist’s, mein Lieber, Gewöhnliches Ferkelkraut wippt da frech vor dir im Wind.“ „Ach so“, entgegnete der Fuchs, „du musst es ja wissen“ und beide tippelten fröhlich weiter durch den Sommer. Plötzlich fiel ihr Blick auf ein gar sonderbares Ding. Ein wolliger Haufen war’s, im letzten Winter wohl verloren. EDMOND und ODERICH hatten natürlich keinerlei Ahnung und fragend sahen sie das Fundstück an. Der Fuchs setzte es sich erst einmal prompt auf den Kopf. EDMOND musste laut lachen und prustete: „Also ODERICH mal ehrlich, du siehst aus wie eine ältere Pudeldame; gib mal her das Ding“ und EDMOND stülpte sich das gefundene Objekt auf seine zarte Wildschweinschnauze. Fuchs ODERICH kicherte und war der festen Überzeugung, dass wohl auch diese Art des Tragens, nicht die für das Ding vorgesehene sein könne.

Und so richtig wollte ihnen beiden nicht in den Sinn kommen, wofür das Ding nun eigentlich bestimmt war. So packten sie es erst einmal ein und nahmen es mit zu sich nach Hause. Dort zogen sie das große, schwere „Bildlexikon der menschlichen Kuriositäten“ heraus und blätterten und schauten und blätterten und schauten und plötzlich sahen sie ihn: den FÄUSTLING, der auch Fausthandschuh genannt wurde. Und was da nun stand: ein Handschuh sollte es sein, an dem bloß der Daumen besonders ausgestellt ist und wo die übrigen vier Finger in einer gemeinschaftlichen Hülle steckten. Für den Winter und gegen die Kälte sollte er sein. Und am häufigsten, so stand es im Buch, war er bei den Kindern an beiden Händen anzutreffen. Das fanden EDMOND und ODERICH nun wiederum großartig und sie freuten sich, dass ein gar so wunderbares Ding in ihrem Hause gelandet sei. Aber weil sie ja selbst den Handschuh schlecht tragen konnten – mit Pfote und Huf war es wirklich kein Vergnügen –, hatten sie wieder einmal einen großartigen Einfall. Sie schlüpften in ihre Kammer und dann kamen sie – das Bild zeigt es einem jeden – in ihrer ganz eigenen FÄUSTLINGKOLLEKTION heraus.

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